Vorsorgevollmacht

Die Vorsorgevollmacht – was Sie wissen sollten

Durch eine Vorsorgevollmacht bestimmen Sie eine Person Ihres Vertrauens, zu ihrem Vertreter. Durch die erteilte Vollmacht, kann die von Ihnen ausgewählte Person bestimmte Angelegenheiten für sie regeln. Man muss in dieser nicht alle erdenkbaren Angelegenheiten regeln, sondern kann beispielsweise nur die Vertretung in finanziellen Dingen festlegen.

Der Vorteil liegt darin, dass für die in einer Vorsorgevollmacht bestimmten Bereiche, kein gerichtliches Betreuungsverfahren durchgeführt werden muss! Dieser Satz wird enorm wichtig wenn man bedenkt, dass es im Krankheitsfall keine gesetzliche Vertretungsmacht von Ehegatten untereinander oder zwischen Eltern und Kindern untereinander gibt.

Im Klartext bedeutet das, dass im Regelfall kein Vertreter zur Verfügung steht, wenn Sie aufgrund einer Krankheit plötzlich nicht mehr in der Lage sind ihre Angelegenheiten selber regeln zu können. Haben Sie ihrem Ehepartner, ihren Kindern oder einer anderen Person ihres Vertrauens keine Vorsorgevollmacht erteilt, sind diese aus dem Spiel.

In diesem Fall nimmt ein Gericht die Sache in die Hand und bestimmt dann im Rahmen eines sogenannten Betreuungsverfahrens, eine externe Person zur Regelung ihrer Angelegenheiten! Für die Angehörigen bleibt nur noch der Logenplatz – Sie sehen zu und müssen machen was der eingesetzte Betreuer sagt!

Vollmacht rechtzeitig und vor allem schriftlich

Eine wirksame Vorsorgevollmacht können nur Personen ausstellen, die auch voll geschäftsfähig sind. Erstellen Sie eine möglichst umfassende Vorsorgevollmacht, um auszuschließen das es zu einem gerichtlichen Betreuungsverfahren kommt. Wir raten dringend an, die Vollmacht schriftlich auszustellen.  Bei mündlich erteilten Vollmachten muss sonst die Person ihres Vertrauens beweisen, dass sie tatsächlich bevollmächtigt ist und das wird schwer werden.

Vorsorgevollmacht Formular

Notarielle Vorsorgeurkunde

Eine notarielle Beurkundung ist bei einer Vorsorgevollmacht nicht erforderlich. Außer die Vollmacht bezieht sich auf Angelegenheiten wie den Erwerb oder die Veräußerung von Grundbesitz oder hat in irgend einer Form mit der Regelung von Geldgeschäften zu tun. In dem Fall hilft nur der Gang zu einem Notar oder Rechtsanwalt, um alles rechtssicher zu gestalten.

Eine notarielle Vorsorgeurkunde löst Gebühren zwischen 60 und 1735 € aus. Die anfallende Gebühr ist von der Höhe des Vermögens, das von der Vollmacht erfasst wird, abhängig. Beispielsweise fällt bei einem Vermögen von 100.000 € nach Abzug der Schulden, eine Gebühr von 165 Euro an, zu der sich noch Dokumenten-, Auslagenpauschalen und  19 % Umsatzsteuer addieren.

Vorsorgevollmacht widerrufen

Die Vorsorgevollmacht kann jederzeit von Ihnen, mündlich oder schriftlich widerrufen werden. Sollte sich herausstellen das Sie einer bevollmächtigten Person im Nachhinein nicht mehr vertrauen, können Sie dieser die Vollmacht entziehen! Beachten Sie, im Falle eines Widerrufes  das ausgehändigte Vollmacht Formular von dieser Person zurückzuverlangen. Deswegen empfehlen wir hiermit wieder, die Sache schriftlich über einen rechtlichen Beistand zu erledigen.

Registrierung im Vorsorgeregister

Hinterlegen Sie die Existenz einer Vollmacht in einem sogenannten Vorsorgeregister, welches von der Bundesnotarkammer geführt wird. Sollte beispielsweise das Krankenhaus wegen einer dringend notwendigen ärztlichen Behandlung die Einrichtung einer Betreuung beantragen, hat das Betreuungsgericht über einen geschützten Zugang Zugriff auf die Daten und den Aufbewahrungsort einer ihrer Vollmacht. Der Arzt wird darüber informiert und kann Kontakt mit dem Bevollmächtigten aufnehmen.

Sie können den Eintrag im Vorsorgeregister selbst online vornehmen. Sie finden das Eingabeformular auf folgender Seite unter Onlineregistrierung / Privatpersonen.

Eingabeformular Vorsorgeregister

Dort geben Sie einfach dem Umfang der Vollmacht, den Betreuer und den Aufbewahrungsort der Vorsorgevollmacht an. Die anfallende geringe Gebühr für den Eintrag entnehmen Sie bitte der Webseite.