Versorgungslücke bei Pflegebedürftigkeit

Versorgungslücke durch Pflegeheimkosten

Bei einer Unterbringung in einem Pflegeheim müssen die Pflegebedürftigen alle anfallenden Kosten, welche den Leistungsbetrag der gesetzlichen Pflegeversicherung überschreiten, selbst zahlen.

Darstellung anhand einer Beispielrechnung für den Pflegegrad 3. Die Darstellung ist nur als Muster anzusehen, da die Pflegeheimkosten je nach Bundesland und Ausstattung sehr unterschiedlich sein können. Eine genaue Aufstellung erhalten Sie immer nur bei dem Pflegeheim selbst.

  Kosten pro Tag Kosten pro Monat
Pflegesatz 54,47 EUR 1656,98 EUR
Unterkunft 13,98 EUR 425,27 EUR
Verpflegung 5,00 EUR 152,10 EUR
Investitionskosten 17,94 EUR 545,73 EUR
Gesamt 91,39 EUR 2780,08 EUR
Zuschuss der Pflegekasse 1262,00 EUR
Eigenanteil 1518,08 EUR

Anhand dieser Zahlen kommt es zu großen Deckungslücken, da das Pflegegeld der gesetzlichen Pflegeversicherung bei weitem unter den tatsächlich anfallenden Kosten liegt.

Taschengeld

Das sind aber noch nicht alles Kosten in diesem Beispiel, da es noch ein sogenanntes Taschengeld für den Pflegebedürftigen gibt (davon geht es ins Kaffee, zum Friseur, kauft Haarwaschmittel, ….) welches mit ca. 250 bis 300 EUR angesetzt wird. Der zu Pflegende hat für dieses Geld ein Konto im Pflegeheim, wovon dann abgebucht wird. Ist das Konto leer muss durch Sie wieder aufgefüllt werden.

Kosten für Telefon und Fernseher

Bekommt der zu Pflegende ein Telefon, können noch Kosten für einen Telefonanschluss und natürlich die monatlichen Telefonkosten auf Sie zukommen. Das gleiche gilt natürlich für den Fernseher, auch hier wird in Pflegeheimen zur Kasse gebeten.


Bei professioneller häuslicher Pflege

Bei professioneller häuslicher Pflege bekommen die Bedürftigen von der Pflegekasse ein Pflegegeld oder können Pflegesachleistung bei der Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst beziehen.

Pflegegrad Pflegegeld / Monat Pflegesachleistung / Monat
1 0,00 EUR 0,00 EUR
2 316,00 EUR 689,00 EUR
3 545,00 EUR 1298,00 EUR
4 728,00 EUR 1612,00 EUR
5 901,00 EUR 1995,00 EUR

Bei häuslicher Pflege durch Angehörige

Die häusliche Pflege kann auch durch Angehörige geleistet werden, allerdings zahlt dann die Pflegekasse ein geringeres monatliches Pflegegeld.

  • Pflegegrad 1 = 0,00 EUR
  • Pflegegrad 2 = 316,00 EUR
  • Pflegegrad 3 = 545,00 EUR
  • Pflegegrad 4 = 728,00 EUR
  • Pflegegrad 5 = 901,00 EUR

Pflegekostenunterschiede in den Bundesländern

In ganz Deutschland sind die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung gleich. Jedoch kommt es zu enormen Unterschieden in Hinblick auf die tatsächlich anfallenden Kosten. Vor allem bei einer Heimunterbringung hängen die Kosten von dem jeweiligen Bundesland ab.

In den neuen Bundesländern fallen die niedrigsten Kosten bei einer Heimunterbringung an. Dagegen sind z.B. in Nordrhein-Westfalen oder Hamburg die höchsten Pflegekosten für eine Heimunterbringung zu finden. Da die Kosten in den jeweiligen Bundesländern stark voneinander abweichen, gilt gleiches auch für die Deckungslücken, welche nach der Vorleistung des gesetzlichen Pflegegeldes entstehen.

Durchschnittliche Kosten für Heimunterbringung

Bundesland Pflegestufe 1 Pflegestufe 2 Pflegestufe 3
Baden-Württemberg 2.538,-EUR 2.965,-EUR 3.485,-EUR
Bayern 2.438,-EUR 2.818,-EUR 3.098,-EUR
Berlin 2.324,-EUR 2.856,-EUR 3.238,-EUR
Brandenburg 1.923,-EUR 2.233,-EUR 2.728,-EUR
Bremen 2.367,-EUR 3.016,-EUR 3.455,-EUR
Hamburg 2.518,-EUR 3.080,-EUR 3.653,-EUR
Hessen 2.377,-EUR 2.885,-EUR 3.396,-EUR
Meckl.-Vorpommern 1.921,-EUR 2.281,-EUR 2.717,-EUR
Niedersachsen 2.313,-EUR 2.696,-EUR 3.089,-EUR
Nordrhein-Westfalen 2.646,-EUR 3.181,-EUR 3.734,-EUR
Rheinland-Pfalz 2.315,-EUR 2.699,-EUR 3.336,-EUR
Saarland 2.399,-EUR 2.877,-EUR 3.479,-EUR
Sachsen 1.807,-EUR 2.128,-EUR 2.614,-EUR
Sachsen-Anhalt 1.872,-EUR 2.236,-EUR 2.517,-EUR
Schleswig-Holstein 2.390,-EUR 2.754,-EUR 3.114,-EUR
Thüringen 1.781,-EUR 2.153,-EUR 2.602,-EUR

Private Absicherung der Deckungslücken

Um diese Deckungslücken zu schließen muss ein Pflegetagegeld von 50 bis 80€ pro Tag gesichert werden. Der Betrag ist hierbei ebenfalls von dem Bundesland abhängig. Die monatliche Belastung wird geringe, je früher sie eine Pflegetagegeldversicherung abschließen.

Bei Pflegestufe 1 und 2 klafft die Deckungslücken noch weiter auseinander, da die Leistung der gesetzlichen Pflegeversicherung deutlich geringer ist, die Kosten für die Heimunterbringung jedoch weiterhin konstant hoch bleiben.

Allerdings müsste von dem tatsächlich benötigten Bedarf noch die Rente des Bedürftigen abgezogen werden. Denken Sie jedoch daran, dass Hinterbliebene noch genügend Geld zum Leben brauchen. Da durch Einrechnung der Rente der Bedarf an Pflegetagegeld sinkt, müssten nur noch 30€ Pflegetagegeld abgesichert werden, was man am besten mit einer privaten Pflegetagegeldversicherung tut.