Gesetzliche Pflegeversicherung

Geschichte der gesetzlichen Pflegeversicherung

Ab Januar 1995 wurde mit der Einführung der Pflegeversicherung als fünfte Säule der Sozialversicherung, die letzte große Lücke in der sozialen Versorgung geschlossen. Seither gibt es neben der Sozial-, der Kranken-, der Arbeitslosen-, der Renten- und der gesetzlichen Unfallversicherung auch den Baustein Pflegeversicherung. Ihre Aufgabe ist es pflegebedürftige Menschen, welche nicht mehr in der Lage sind, sich allein selbst zu versorgen, mit ihren Pflege Leistungen zu unterstützen.

Prinzipiell kann es jeden treffen auf Pflege angewiesen zu sein. Deswegen wurde für alle gesetzlich und privat Versicherten bei der Einführung der Pflegeversicherung eine umfassende Versicherungspflicht festgelegt. Jeder gesetzlich Krankenversicherte, ist somit automatisch in der sozialen Pflegeversicherung versichert und jeder privat Krankenversicherte muss zwingend eine private Pflegeversicherung abschließen.

Wer ist Pflegebedürftig

Gemäß §14 SGB XI, ist eine Person pflegebedürftig, wenn sie aufgrund geistiger oder körperlicher Krankheit oder Behinderung, die Geschäfte des täglichen Lebens nicht mehr ohne Hilfe eines Dritten ausführen kann. Dieser Bedarf zur Hilfe muss dauerhaft, d.h. voraussichtlich für min. die nächsten 6 Monate bestehen. Die Geschäfte des täglichen Lebens werden dabei in vier unterschiedliche Bereiche des Lebens gegliedert:

  • Körperpflege
  • Ernährung
  • Mobilität
  • hauswirtschaftliche Versorgung

Einführung war notwendig

Alle Gesellschaften der Industrienationen werden durch eine bessere Versorgung immer älter. Schätzungen der Bevölkerungsentwicklung zufolge, ergeben für Deutschland einen Anstieg der Personen mit einem Alter über 80 Jahre von ca. fünf auf etwa 9 Millionen Menschen bis zum Jahr 2060. Da die statistische Wahrscheinlichkeit auf fremde Hilfe angewiesen zu sein,  ab dem 80. Lebensjahr rapide ansteigt und um Pflegebedürftige und ihre Familien zu entlasten, wurde deswegen die Einführung der sozialen Pflegeversicherung vorgenommen.

Beiträge zur Pflegeversicherung

Die Beiträge, je zur Hälfte durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber entrichtet, finanzieren die Ausgaben der sozialen Pflegeversicherung. Da die diese aber eine Teilleistungsversicherung ist und nur für eine sogenannte Grundsicherung sorgen soll, kommt sie nicht für alle Kosten der Pflege auf! Der Pflegeversicherung Beitragssatz für die vollständige Übernahme aller Kosten von bedürftigen Personen wäre um eine vielfaches höher, deswegen muss der Pflegebedürftige oder seine Familie einen erheblichen Teil der Pflegekosten selber tragen.