Pflegestufen

Pflegestufen und die neuen Pflegegrade

Vor 2017 gab es 3 bzw. 4 Pflegestufen (Pflegestufe 0-3) welche seit Januar 2017 in die neuen Pflegegrade gewandelt wurden. Die neuen Abstufungen der Pflegebedürftigkeit von drei Pflegestufen in fünf Pflegegrade wurden im Pflegestärkungsgesetz 2 (PSG II) neu vorgenommen. Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz soll so gerechter begegnet werden.

Pflegestufe Alt Pflegegrad Neu
Neu in 2017 dazu gekommen Pflegegrad 1
Pflegestufe 0 und 1 Pflegegrad 2
Pflegestufe 1 mit eingeschränkter Alltagskompetenz und Pflegestufe 2 Pflegegrad 3
Pflegestufe 2 mit eingeschränkter Alltagskompetenz und Pflegestufe 3 Pflegegrad 4
Pflegestufe 3 mit eingeschränkter Alltagskompetenz und Pflegestufe 3 mit Härtefall Pflegegrad 5

Einteilung der neuen Pflegegrade

Pflegegrad 1

Die niedrigste Stufe der Pflegebedürftigkeit ist der Pflegegrad 1. Er kommt ab sofort für Menschen in Frage, die die Bedingungen für die alte Pflegestufe 0 bislang nicht erfüllt hatten. Durch diese Verbesserung werden prinzipiell mehr Menschen als Pflegebedürftig anerkannt und haben somit die Chance Unterstützung durch die Pflegeversicherung.

Menschen, die bisher unter die alte Pflegestufe 0 gefallen sind, werden nun nicht (wie oft irrtümlich angenommen) in den Pflegegrad 1, sondern seit 2017 in den Pflegegrad 2 eingeteilt!

Leistungen bei Pflegegrad 1
Geldleistung ambulant
Sachleistung ambulant
Entlastungsbetrag ambulant 125,00 EUR
Leistungsbetrag stationär 125,00 EUR

Pflegegrad 2

Die alte Pflegestufe 0 und die Pflegestufe 1 entsprechen jetzt dem neuen Pflegegrad 2! Die Zuordnung in den Pflegegrad 2 bekommt man bereits mit einem geringen Zeitaufwand an Pflege, was ein großes Entgegenkommen gegenüber den Pflegebedürftigen darstellt. Es wird jedoch ab dem Pflegegrad 2, genau zwischen Pflegebedürftigkeit mit und ohne eingeschränkter Alltagskompetenz unterschieden!

Leistungen bei Pflegegrad 2
Geldleistung ambulant  316,00 EUR
Sachleistung ambulant  689,00 EUR
Entlastungsbetrag ambulant 125,00 EUR
Leistungsbetrag stationär 770,00 EUR

Pflegegrad 3

Die alte Pflegestufe 1 mit eingeschränkter Alltagskompetenz oder die alte Pflegestufe 2 ohne eingeschränkter Alltagskompetenz entsprechen jetzt dem neuen Pflegegrad 3! Pflegebedürftige Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz (meistens eine Form der Demenz), die bislang unter die alte Pflegestufe 1 gezählt wurden, bekommen durch die neue Eingruppierung höhere Leistungen von der Pflegekasse.

Leistungen bei Pflegegrad 3
Geldleistung ambulant 545,00 EUR
Sachleistung ambulant 1289,00 EUR
Entlastungsbetrag ambulant 125,00 EUR
Leistungsbetrag stationär 1262,00 EUR

Pflegegrad 4

Die alte Pflegestufe 2 mit eingeschränkter Alltagskompetenz oder die alte Pflegestufe 3 ohne eingeschränkter Alltagskompetenz entsprechen jetzt dem neuen Pflegegrad 4! Auch in diesem Pflegegrad werden mehr pflegebedürftige Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz besser eingruppiert und beziehen mehr Leistungen als in der alten Pflegestufe.

Leistungen bei Pflegegrad 4
Geldleistung ambulant 728,00 EUR
Sachleistung ambulant 1612,00 EUR
Entlastungsbetrag ambulant 125,00 EUR
Leistungsbetrag stationär 1775,00 EUR

Pflegegrad 5

Die alte Pflegestufe 3 mit eingeschränkter Alltagskompetenz oder die alte Pflegestufe 3 mit Härtefall entsprechen jetzt dem neuen Pflegegrad 5! Der Pflegegrad 5 ist der höchste Pflegegrad und wird nur pflegebedürftigen Menschen mit außergewöhnlich hohen Pflegeaufwand zugeteilt. Neu ist, dass kein Unterschied mehr zwischen Pflegebedürftigen mit und ohne eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten bei den Pflegeleistungen gemacht wird.

Leistungen bei Pflegegrad 5
Geldleistung ambulant 901,00 EUR
Sachleistung ambulant 1995,00 EUR
Entlastungsbetrag ambulant 125,00 EUR
Leistungsbetrag stationär 2005,00 EUR

Erheblicher allgemeiner Betreuungsbedarf

Die jeweiligen Pflegestufen entscheiden über den Umfang der Pflege bei Menschen mit Demenz. Auch hier werden die Bedürftigen durch einen Gutachter des MDK der passenden Pflegestufe zugeordnet. Allerdings können Demenz Erkrankte von der Pflegeversicherung Sonderleistungen beantragen, da die Pflegestufe 0 bei Menschen, mit demenzbedingten Behinderungen oder Fähigkeitsstörungen zutrifft.

Neben Unterstützung im Haushalt und der Grundpflege, können Demenzkranke auch die häusliche Betreuung in Anspruch nehmen. Hierbei wird dem Bedürftigen bei der Gestaltung seines Tages geholfen, wie beispielsweise Spazierengehen oder Vorlesen.

Verbesserungen für Demenz mit dem Pflegestärkungsgesetz

Damit Menschen mit Demenz zusätzliche Leistungen von ihrer Pflegekasse bekommen, wird ein neuer Begriff der Pflegebedürftigkeit in dem zweiten Pflegestärkungsgesetz 2017 eingesetzt. Allerdings wurde dieses Gesetz bereits schon am 1.1.2016 verabschiedet. Zu den Änderungen gehören z.B. die erhöhten Leistungen. So soll ein neues Bewusstsein für Demenzerkrankte Menschen geschaffen werden damit diese nicht mehr abgesondert, sondern insgesamt zu den Pflegebedürftigen gezählt werden.