Bankvollmacht für ihr Konto oder Depot

Kontovollmacht rechtzeitig anlegen

Noch immer beschäftigen sich zu wenig Menschen mit dem Gedanken der Vorsorge. Jedoch kann ein Unfall oder eine schwerwiegende Erkrankung schnell dazu führen, dass man seinen geschäftlichen Angelegenheiten nicht mehr nachkommen kann. Wer für solche Situationen nicht vorsorgt, steht ohne jeglichen Schutz da.

Oftmals besitzt sogar der Ehepartner in einer solchen Situation kein Recht, sich an den Geschäften zu beteiligen. Der Hintergrund hierfür ist, da dem Partner die nötige Vollmacht fehlt. Wiederum ist die Vergabe einer Vollmacht eng an Vertrauen gebunden, so dass eine solche  gründlich durchdacht werden sollte. Zu Lebzeiten hat der Vollmachtgeber jederzeit das Recht auf Widerruf über eine erteilte Kontovollmacht.

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Kontovollmacht

Ist eine Bankvollmacht notwendig?

Da die Angehörigen ohne eine Kontovollmacht keine gleichberechtigten Stellvertreter sind, kommt es sehr häufig nach dem Tod zu Problemen, da keine Sonderregelungen für das Konto des Testators im deutschen Erbrecht vorgesehen sind. Dies hat zur Folge, dass den Hinterbliebenen der Zugriff auf das Konto verwehrt bleibt, bis das Erbe endgültig  rechtskräftig wird.

In diesem Falle hilft  eine Kontovollmacht, um im Ernstfall in der Lage sein zu können, die Geschäfte eines anderen in vollem Umfang zu tätigen. Mit einer Kontovollmacht können Personen vorsorgen, so dass jederzeit der Zugriff auf das Konto möglich ist. Daher ist diese Vorsorgemaßnahme nicht nur jungen Paaren, sondern auch Ehepaaren mit Kindern und älteren Menschen dringend zu empfehlen.

Formen einer Bankvollmacht

Bei einer  Kontovollmacht gibt es verschiedene Möglichkeiten,  einer bestimmten Person sein Vertrauen auszusprechen.

  1. Kontovollmacht bis zum Ableben
    Diese hat den Nachteil, dass sie im Erbfall ungültig wird.
  2. Kontovollmacht über den Erbfall hinaus
    Diese behält auch nach dem Tod des Testators volle Gültigkeit.
  3. Kontovollmacht ab dem Zeitpunkt des  Erbfall

Bankvollmacht mit Einschränkungen

Innerhalb einer Vollmachtserteilung kann der Verfügende auch entsprechende Einschränkungen setzen, z.B. dass die Vertrauensperson A lediglich Überweisungen durchführen darf, Person B Überweisungen und Bargeschäfte. Hat der Verfügende keine Einschränkungen vollzogen, so hat die Vertrauensperson die Möglichkeit  über das gesamte Vermögen frei zu verfügen. Somit ist diese legitimiert, alle Geschäfte vorzunehmen die einen direkten Bezug zur Konto- oder Depotführung haben.

Die Vertrauensperson darf bereits vorhandenes Guthaben, das sich auf dem Girokonto befindet oder einen bereits vorhandenen Dispositionskredit für sich in Anspruch nehmen. Jedoch hat sie  kein Recht, das bestehende Konto aufzulösen oder mit dem Guthaben bei einem anderen Kreditinstitut einen Kredit für sich selbst zu tilgen.

Wer zu Lebzeiten und auch nach dem Tode des Testators vorsorgen möchte, sollte eine zeitlich unbegrenzte Kontovollmacht wählen. Wenn wiederum die Vollmacht lediglich zur Verwaltung des Erbes dienen soll, ist eine Kontovollmacht für den Todesfall eine geeignete Lösung. Geht es hingegen um Regelungen bei Bedürftigkeit durch Alter, Unfall oder Krankheit  dann kann eine spezielle Vollmacht erteilt werden. Ist eine solche nicht vorhanden, erfolgt automatisch die gerichtliche Bestellung eines Betreuers durch das Vormundschaftsgericht.